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Samstag, 26. Oktober 2019, 11:22

Carlo Strenger gestorben

Vielen nicht so bekannt, aber es lohnt sich auch post mortem, sich mit seinen Gedanken zu beschäftigen.

Sein Kampf für die liberale Demokratie, den Rechtsstaat, aber auch für ein demokratisches Israel, dass er so massiv gefährdet sah wie die anderen Demokratien weltweit, war eine sehr wichtige Stimme in der Disharmonie der heutigen Zeit, die wieder ganz offen und laut nach Diktatur schreit.

Sein Fazit:

"Vielleicht wird sich also noch ein Kern dessen, was einmal ,die freie Welt' genannt wurde, bewahren. Aber dies wird nur der Fall sein, wenn die Bürger diese liberale Ordnung nicht als garantiert ansehen und bereit sind, gegen totalitäre Tendenzen mit allen legalen Mitteln zu kämpfen."



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Samstag, 26. Oktober 2019, 14:40

Moin

"Vielleicht wird sich also noch ein Kern dessen, was einmal ,die freie Welt' genannt wurde, bewahren. Aber dies wird nur der Fall sein, wenn die Bürger diese liberale Ordnung nicht als garantiert ansehen und bereit sind, gegen totalitäre Tendenzen mit allen legalen Mitteln zu kämpfen."


Ich würde noch weiter gehen - gab es je eine freie Welt oder ist es seit jeher nur eine getarnte Wirtschafts Diktatur?

Sicher ist aber, sich mit derartigen Menschen auseinandersetzen zu dürfen ist etwas, was einen schon weiterbringt. Alleine der Austausch wäre schon aufschlußreich, weil es heute immer weniger gibt, die Werte frei darüber diskutieren können? Damit meine ich, das alles ohne eigene persönliche Attribute abläuft.

Ist aber nur Kopfkino.

Tschüs Bernd
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Samstag, 26. Oktober 2019, 15:54

Zitat

Homo Ludens

Ich würde noch weiter gehen - gab es je eine freie Welt oder ist es seit jeher nur eine getarnte Wirtschafts Diktatur?


Die Antwort darauf ist gar nicht so schwer, wie ich erst dachte: Wenn liberale Freiheiten zurück gebaut werden (sollen), muss es sie offensichtlich geben.

Und es dürfte sich schon lohnen, sie zu verteidigen. Wer möchte schon gern zurück in Diktaturen, ob katholisch moralischer Art oder nationalsozialistisch/kommuinistisch oder was immer politischer Art, ganz egal. Oder vor die Aufklärung zurück, in monarchistische Zeiten?

Wohl keiner
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Samstag, 26. Oktober 2019, 18:08

Moin Sato

Du hast ja so Recht - das weißt Du und ein paar andere Menschen?

Frage ist woher dies kommt? Du hast andere Zeiten mitgemacht und weißt darüber - viele wissen darüber oder wollen leider davon weniger wissen oder verleugnen
das alles sogar?

Woher kommen die großen Veränderungen - doch meist doch aus dem Proletariat?

Du hast Israel angesprochen - haben die nicht im dritten Reich die Hölle erlebt? Was aber passiert heute dort ? Ich darf gar nicht darüber reden oder schreiben - ich bekomme sofort einen dicken Hals.

An sich müsste es doch heute so sein, das es keine Armut und keine Obdachlosen - das es keine dritt Länder mehr gibt .... die Liste wäre zu lang.

Liberale Freiheit wird zurück gebaut. Ja, vom wem? Von Fachidioten, die nur an ihren Vorteil denken, der Rest ist denen egal, sie wollen doch alle nur ihren Moment erleben?

Siehe in den Diskussionsrunden - wie viele, die mal an der Macht waren und nichts taten, wissen heute, was hätte geschehen müssen, doch getan haben sie nichts.

Sind die, die das Heft in der Hand haben nicht die Angestellten des Volkes und ihre verdammte Pflicht ist, alles zu tun, damit dieses Volk davon positiv profitiert?

Ich bin bei jedem, der sich darüber den Kopf zerbricht und der versucht, den Anderen die Augen zu öffnen, doch ein Volk, das nicht mitmacht, gibt allen, die ihren eigenen Reim spielen freie Hand?

Tschüs Bernd
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Samstag, 26. Oktober 2019, 20:07

Hm, also vor 150 Jahren waren 90 % der Menschheit unfassbar arm, Jahrtausende hat sich die gesamte Welt von einer Hungersnot in die nächste bewegt, in Kriegen kamen oft 3/4 der Bevölkerung eines ganzen Landes um.

Heute gibt es weltweit nur noch 9% echte harte Armut. Die Mittelschicht ist weltweit um extremes gewachsen, allein in Indien beträgt sie bald 400 Millionen, dito China und nicht anders in Europa. Auch die Anzahl der Reichen und Superreichen nimmt weiterhin deutlich zu. Es kann also nicht sein, dass "die" Oben die anderen unten halten und ausbeuten und offensichtlich geht es massiv aufwärts. Armut und Obdachlosigkeit hat eher andere Hintergründe. Es ist recht unwahrscheinlich, dass die beiden je komplett nicht mehr stattfänden - jedenfalls sind sie im momentanen System, dem Kapitalismus am niedrigsten seit Jahrtausenden.

Natürlich muss der Kapitalismus ein sozialer. und das ist er ja auch, nur, weil noch Luft nach oben ist, wirft man das System nicht auf den Müll. Ähnlich steht es auch um die Bildung, wir hatten nie mehr Bildung. Aber es gibt natürlich noch viel Luft nach oben.

Das die Veränderungen aus dem Proletariat kämen? Ich weiß nicht, ich glaube nicht, ich denke eher, sie kommen aus den Vordenker - Kreisen, aus akademischen, künstlerischen Kreisen - warum wohl will die AfD und die Nazis den Geisteswissenschaften und Künstlern so ans Leder wie früher die Nazis?! - und daraus resultierenden Veränderungen des "Zeitgeists" - die Veränderungen des Proletariats haben uns eher mal das 3. Reich, die Populisten und die AfD gebracht (nicht nur das Proletariat natürlich).

Es liegt an uns, ob wir uns engagieren, ob wir um unsere Freiheiten kämpfen, die sind früher auch nicht einfach mal so vom Himmel gefallen, es wird immer versucht, die zu beschränken, von der Kirche, den Konservativen etc - wir haben gekämpft, heut jammert man mehr und fühlt sich als Opfer...

Nach wie vor ist Ruhe die erste Bürgerpflicht, hart zu diskutieren schreckt bereits auf und ab und da kommen wir dann wieder komplett zusammen :-)

Moin :-)
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Dienstag, 29. Oktober 2019, 16:31

Man sollte Entwicklungen im Auge haben und nicht ausblenden.

Sind wir dabei die Unterschiede zwischen arm und reich zu verringern oder ist das Gegenteil der Fall?
Befinden wir uns auf dem Zenith bei Lohn, Rente, Sparguthaben, Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens, so wie du es implizierst oder sind wir längst wieder auf einem Abwärtskurs?
Immer noch werden Hexen verbrannt auf den Scheiten der Ideologien.
Irgendwer ist immer der Böse im Land
und dann kann man als Guter und die Augen voll Sand,
in die heiligen Kriege ziehen.

Konstantin Wecker

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Dienstag, 29. Oktober 2019, 20:57

Mit den kommenden Veränderungen wg dr Klimakatastrophe schwer zu sagen. Hier gehen die ersten kleinen Zulieferer Firmen für die Autoindustrie insolvent und die großen reduzieren massiv ihre Arbeitnehmerschaft. Einmal wg den Elektroautos und wg China USA Handelskrieg.

Andererseits, denke ich, Deutschland könnte auch Vorreiter für viele nötigen Technologien werden, die Klima verträglich sind...
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Mittwoch, 30. Oktober 2019, 11:45

Moin Sato

Habe lange überlegt, ob und und wie ich antworten soll.

Du hast in deinen Ausführungen ja recht, was war und was ist. Ich sehe es fast ebenso.

Doch es gibt unzählige Dinge - kaum in der Öffentlichkeit bekannt - anzuführen, die die heutigen Mißstände aufführen. Mißstände in einer derartigen Fülle, die Aufzeigen, das der Mensch unfähig ist, dazu zu lernen - mich eingeschlossen.

Darum möchte ich meine Sichtweise hier beenden, um nichts eskalieren zu lassen.

Tschüs Bernd
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Mittwoch, 30. Oktober 2019, 12:11

:-)

Ja, ich war nicht ganz sicher, aber hab auch gedacht, dass du es ja sehr ähnlich siehst und ich stimme dir natürlich auch voll zu, dass nach oben, sprich vieles durchaus noch besser werden /gemacht werden kann. Es wird immer genug zu tun übrig bleiben, zumal sich alles auch auch immer wieder etwas ändert

Sicher weisst du aus meinen anderen posts, dass es mir definitiv nicht darum geht, dass zu übertünchen, sondern darum, extrem negative Aufsichten auf unsere Epoche und Zeit, richtig zu stellen. Diese Extremsichtweisen kommen mehr aus bestimmten inneren (psychologischen) Konstellationen und können zb dazu führen, dass man das Kind mit dem Bad ausschüttet, wie gerade zb bei einigen in Thüringen zu sehen ist....

Ich denke ja, der Kapitalismus ist, was man daraus macht. Die Freiheit jedes Einzelnen sich geschäflich zu betätigen haben sich Millionen Menschen genommen und sich daraus Existenzen aufgebaut, ob nun Handwerksbetriebe, kleine Firmen, Restaurants, große Firmen - auch im Osten steht es jedem frei, sich einzubringen und nicht darauf zu warten, dass man von oben "versorgt" wird. Dem verdanken wir unseren Reichtum

Dito in politischer Arbeit - es wird auf dem Sofa gemeckert und besser gewusst (am liebsten in Dingen, wo man definitiv kein Fachmann ist) und nur eine hochdünne Minderheit ist bereit, auch was zu tun dafür, sich zu engagieren, in die Kommunal- oder Gemeindearbeit, von Landes- und Bundespolitik ganz zu schweigen etc einzubringen. Da wird nur billg abgeätzt darüber, ohne Ahnung von Zusammenhängen und mit Vorliebe ohne jede Kompromissbereitschaft, sondern immer maximales Eigeninteresse. Das ist ja ok, solange man versteht und vorallem akzeptiert, dass es die Demokratie ausmacht, dass hinten dann Kompromisse raus kommen müssen. Nur sie tragen. Und die sind halt mal so - mal so, mal besser - mal schlechter, mal echt gut - mal total besch...eiden. Dh man muss anderen auch mal was gönnen. Und es ist nie schlecht, sich tiefgründig sachkundig zu machen.

Das alles verschmilzt dann zu einer halbwegs funktionierenden Gemeinschaft, alles andere führt zu Zweiteilung, wie wir es in USA etc und auch langsam bei uns sehen, mit entsprechendem Aggressionspotential und (Selbst-) Zerstörungspotential

Und mit der Sicht da sind wir dann ja besonders dicht beieiander
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Mittwoch, 30. Oktober 2019, 13:59

Moin Sato

Mir fiel in deinen Texten schon oft auf, das wir in vielen Dingen scheinbar gleich denken. Kein flach Denken sondern forschen in sich und den Themen.

Viele Themen hier lesen sich sehr gut, man möchte in die Tasten greifen und mit schreiben. Dennoch bleibe ich lieber leise.

Es gibt zu viel, worüber kaum jemand nachdenkt oder nachhakt, es ist doch etwas zu kompliziert und sehr weiträumig, Themen dieser Klasse hier zu diskutieren.

Besser wäre eine Runde ohne Zeitlimit, am runden Tisch, ein reden und zuhören, ohne jemanden dabei zu diskriminieren.

Oft würde diese Runde wohl auch ohne große Ergebnisse ausgehen, so das man sie weiter führen müsste. Hier könnte man lernen - sich konstruktiv streiten. So etwas macht Spaß und erweitert einen.

Trotzdem ist dies von Dir angesprochene Thema wichtig, wichtiger, als viele vermuten. Darauf meinen Dank.

Tschüs Bernd

PS. Ich hoffe, das ich mit meinen Worten kein Mitglied irgendwie negativ angegangen bin, das lag nie in meiner Absicht.
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