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El Hefe

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1

Donnerstag, 16. Juni 2022, 00:18

Zum Thema Alk am Steuer....

Warum Mami?

Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkhol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten.
Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast. Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.
Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein. Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.
Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.
Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm doch schnell. Wie konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben.
Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm.
Sag meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.
Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.
Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich, Mami. Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?



ANMERKUNG:
Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht steht folgende Bitte:

JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.

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2

Donnerstag, 16. Juni 2022, 08:17

JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.


Worum geht es denn? Vielleicht bin ich zu unempathisch aber ich verstehe den Sinn dieses Gedichts nicht so ganz. Das Leben ist eben nicht gerecht und wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist, kann es mit viel Pech passieren dass es zu einem nicht selbst verschuldeten Autounglück kommt. Dieses Gedicht wird daran leider gar nichts ändern. Vielleicht sollten wir die Autos einfach komplett abschaffen. :rolleyes:
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Klara

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3

Donnerstag, 16. Juni 2022, 08:25

Dann versuche ich eine nüchterne Erklärung:

Das Gedicht soll diejenigen, die nachdem sie getrunken haben meinen, noch fahren zu können, emotional erreichen. Bevor sie die Entscheidung treffen, sich alkoholisiert ans Steuer zu setzen, könnte das Gedicht wieder im Kopf auftauchen und den Entschluss ändern.

Wenn das nur bei einer einzigen Person funktioniert, wäre viel gewonnen.
I have seen too much. I haven't seen enough.
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El Hefe

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Donnerstag, 16. Juni 2022, 09:21

JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.


Worum geht es denn? Vielleicht bin ich zu unempathisch aber ich verstehe den Sinn dieses Gedichts nicht so ganz. Das Leben ist eben nicht gerecht und wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist, kann es mit viel Pech passieren dass es zu einem nicht selbst verschuldeten Autounglück kommt. Dieses Gedicht wird daran leider gar nichts ändern. Vielleicht sollten wir die Autos einfach komplett abschaffen. :rolleyes:



Es geht um den Tod von zwei Studis die in Folge von Alkoholkonsum bei einem Verkehrsunfall getötet wurden. Ist schon länger was her, ich bin damals auf diese Zeilen gestoßen und finde sie sehr zum Nachdenken.

Lucky

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Donnerstag, 16. Juni 2022, 10:24

Auch wenn ich strickt für die 0,0 PromilleGrenze bin, finde ich die Zeilen nicht so gut. Klar ist der Inhalt zum wachrütteln gedacht, aber leider hat er eben auch zu sehr "Kettenbrief-Charakter" - das ist dann ein sehr bitterer Beigeschmack.
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miri

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Donnerstag, 16. Juni 2022, 11:28

ich sehe es wie Klara, wenn ein einziger tödlicher unfall verhindert wird, hat sich s gelohnt.
Du bist ein Wunsch, den Gott sich selbst erfüllt hat. :sonne:

H.J. Eckstein

7

Donnerstag, 16. Juni 2022, 11:42

Ich habe überlegt, ob mich das Gedicht als jungen Menschen irgendwie in der Richtung angesprochen hätte, auf die es zielt.

Ich muss sagen, nein.

Ich denke, man muss, heute wie früher, die jungen Leute zu dem Problem Alkohol/Drogen und Auto fahren/mitfahren auf ihre Art ansprechen, um etwas zu bewirken.

Und für wirklich sinnvoll würde ich erachten, die Droge Alkohol endlich mindestens so restriktiv zu behandeln wie die sehr viel harmlosere Droge Canabis
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Christian

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Donnerstag, 16. Juni 2022, 11:58

Und für wirklich sinnvoll würde ich erachten, die Droge Alkohol endlich mindestens so restriktiv zu behandeln wie die sehr viel harmlosere Droge Canabis

Striktes Alkoholverbot für Personen unter 21 Jahren nach USA-Vorbild wäre vielleicht auch ein Anfang. Allerdings mangelt es mir an Informationen, inwiefern diese hohe Altersgrenze sich in den USA positiv auf alkoholbedingte Verkehrsunfälle mit unschuldigen Todesopfern auswirkt.

Ansonsten finde ICH das Gedicht zwar berührend, befürchte aber, dass dieses ständig wiederkehrende "Mami" die wichtige Botschaft, die in dem Gedicht steckt, für Menschen in manchen Altersklassen ein wenig ins Lächerliche zu ziehen.

In der Tat ist aber jeder Fall, in dem so ein Gedicht etwas erreicht, ein Gewinn.
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9

Donnerstag, 16. Juni 2022, 12:15

Die Botschaft des Textes is natürlich richtig und wichtig! Trotzdem denke ich, wenn jmd nich von selbst drauf kommt, betrunken das Auto stehen zu lassen, dann wird der Beitrag wohl auch bei diesen Leuten wenig nützen: wenn es jmd egal is, dann wird es demjenigen auch nach lesen der Zeilen egal bleiben... leider

Wie ihr jedoch schon sagtet, wenn es dich jmd zum umdenken bewegt, is das schon ein Erfolg und verkehrt is es sicher nich
Um unverwechselbar zu werden, muss man anders sein...

carsten

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Donnerstag, 16. Juni 2022, 13:01

Ich würde soweit gehen, den Text wirklich als Verhöhnung des (in diesem Falle fiktiven)
Opfers zu sehen. Darauf weist auch der von Lucky bemerkte kettenbriefähnliche Stil
hin. Letztlich ist es doch nur einen Kettenbrief wert. Aber nicht nur das. Auch diese
stark auselaborierte Darstellung der Leiden des Opfers. Ich halte es für denkbar, dass
hier Gewalt verherrlicht wird, das Anprangern von Alkoholfahrten nur vorgeschoben ist.

Es ist ja so, dass es Menschen gibt, die eine Selbstbestätigung darin finden, sich selbst
zu überhöhen, indem sie andere herabsetzen, zu Opfern machen. Ich denke im Bereich Auto auch
an die Raserfahrten, oft Frauen die Opfer, manchmal auch Mutter und Kind, die Täter meist
Männer oder zwei, die sich ein Duell geliefert haben. Das ist für die Teil des Kicks,
Unbeteiligte dieser extremen Gefahr auszusetzen. Das nehmen die vielleicht noch als Krönung,
wenn einer dabei draufgeht. Vor Gericht geht es dann um die Frage, ob man nicht im Zweifel
für den Angeklagten Intelligenzbeschränkung annehmen muss.

Ich denke, dass gerade solche Täter der Text nicht anficht, im Gegenteil, der malt genau das
aus, was die sich wünschen.
Der Mensch ist ein Possenreißer, der über Abgründen tanzt. (Honoré de Balzac)

11

Donnerstag, 16. Juni 2022, 18:10

Eine gute Analyse, wie ich finde :8:
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Frechdacs

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12

Donnerstag, 16. Juni 2022, 19:41

Ich bin seit meiner frühsten Kindheit gegen Alkohol am Steuer, da mein Vater eine Fahrer war, der nicht nur besoffen fuhr, sondern auch noch die Familie zwang mitzufahren. (Versuche Mal dich permanent als Kind dagegen zu sperren, denn es gibt nur eine gewisse Anzahl von Prügel, die man für seine Überzeugung einstecken kann).

Jemand wie er wäre von so einem Gedicht nicht beeindruckt gewesen.
Auch Leute, die es eigentlich besser wissen sollten, lassen sich davon nicht beeindrucken. Ich kannte Polizisten, die betrunken führe.

Mich machte, das Lesen des Gedichte ärgerlich, denn als Null-Toleranz Person für Alkohol am Steuer fühlte ich mich verhöhnt, da es aufgesetzt wirkte und dadurch zu sehr versucht auf die Tränendrüse zu drücken. Die gut gemeinte Wirkung geht dadurch leider verloren. Schade.

Klara

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13

Freitag, 17. Juni 2022, 00:24

Das Gedicht ist reichlich drüber und weit von literarischer Qualität entfernt.
Aber ich finde, dass in diesem Fall die Botschaft die Mittel heiligt.
I have seen too much. I haven't seen enough.
Radiohead


Hades

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Freitag, 17. Juni 2022, 11:10

Die Botschaft lässt sich auf wenige Worte komprimieren: Wer fährt - trinkt nicht oder Wer trinkt - fährt nicht.

Ich gehe mit Badguy einig: Man muss an die Quelle, um wirklich was zu erreichen. Dabei hilft aber kein Tränendüsen-Gedöns, sondern klare, härtere Regeln. Ich bin schon lange für die Null-Promille-Toleranz. Aber solange Bier ja in gewissen Freistaaten sogar als Grundnahrungsmittel zählt, bleiben wir wohl bei der aufgeweichten Toleranz. :)

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